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Rheinländer

Die Rheinländer legen grosse weisse Eier über mehrere Jahre. Bereits ihr Erschaffer, Dr. phil. Hans Rudolf von Langen, installierte in seiner Zucht Fallnester zur Leistungskontrolle. Er schuf ein Huhn in rechteckiger Form damit für die Eierproduktion ein genügend grosser Legeapparat zur Verfügung steht.

Eine auf Leistung gezüchtete Hühnerrasse

Die hohen wirtschaftlichen Werte waren es, welche das Rheinländerhuhn so beliebt machten, steht in der Schriftreihe für die Geflügelkunde. Als Rasse herausgezüchtet hat die Rheinländer Dr. phil. Hans Rudolf von Langen. Mit der Schaffung der Rheinländer begann er Euskirchen (D) mit der Übernahme der Leitung der Zuckerfabrik. Dazu gehörte auch die Übernahme der Hühner aus italienischem Import von seinem Vorgänger. Die rebhuhnhalsigen Italiener waren damals als beste Eierleger bekannt. Doch von Langen war enttäuscht von dessen Legeleistung. Per Zufall entdeckte er im Hinterland der Eifeler Berge Hühner auf Bauernhöfen. Bei der Gefiederarbe herrschte noch ein vollkommenes durcheinander doch die Hühner gefielen ihm und sie konnten auch nicht aus italienischem Import stammen, denn die Höfe im Hinterland waren stark abgelegen. Der gemeinsame Nenner dieser Hühner waren die weissen Ohrscheiben und bei der Kammbildung prägte der Rosenkamm das Bild. Die Hähne zeigten meist schöne Schwänze mit breiten Sicheln. Die Hühner gefielen wegen dem auffallenden grünen Glanz und dem munteren aber zutraulichen Wesen. Das erstehen dieser Bauernhofhühner war nicht ganz einfach wie der Herauszüchter in einem Vortrag festhielt. Die Bäuerinnen wollten die Hühner nicht verkaufen, weil sie so fleissig Eier legten. Eine weitere positive Eigenschaft war die Krankheitsresistenz und das verschont bleiben vor Ungezieferbefällen. Dem Herauszüchter ist es gelungen auf der vierten Deutschen Nationalen Geflügelausstellung die ersten Rheinländer im Farbenschlag silberhalsig zu zeigen. Von Langen beschrieb die Rheinländer als fleissige Futtersucher. Der Hahn zeigt eine stolze Haltung mit starker Sichelbildung und einem fasanenartigen Schwanz.

 

Silberhalsige Rheinländer als erster Farbenschlag

Die Flügel waren stets gut ausgebildet und ein prachtvoller Glanz rundete die Gefiederfarbe ab. Der silberhalsige Farbenschlag ist nicht sehr einfach zu züchten und deshalb sind aus einer Bergischen Kräherhenne und einer Ramelsloher Henne die ersten weissen und rebhuhnfarbigen Rheinländer entstanden. Der schwarze Farbenschlag zählt heute mit 53% Anteil zu den am weitest verbreiteten Farbenschlägen in der Schweiz. Das herauszüchten des schwarzen Farbenschlages gestaltete sich vor 122 Jahren als schwer umzusetzen. Hans Rudolf von Langen entdeckte einen Stamm Mantes, welche von der Figur den Eifeler Hühner sehr nahe waren. Sie steuerten den Reinländern den intensiven Grünglanz bei. Schon bald hatte von Langen schwarze Hennen doch für vollständig schwarz befiederte Hähne brauchte er insgesamt fünf Jahre bis 1903 der erste schwarze Rheinländerhahn auf einer Ausstellung gezeigt werden konnte. Der käfergrüne Glanz sollte noch heute nicht von violetten Streifen in den Federn durchbrochen werden. Diese werden an einer Schönheitskonkurrenz mit einem Punkteabzug bestraft.

 

Fallnest zur Leistungskontrolle

Die weissen Eier waren bereit in den Anfängen 51 Gramm schwer. Heute wird das Gewicht im Rassegeflügel Standard mit 56 Gramm umschrieben doch viele Züchter berichten von Eiern die 65 Gramm schwer werden und auf die Einkreuzung der Mantes zurück zu führen sind. Die Rheinländer haben eine typische Landhuhnform die einem Rechteck gleicht. Dabei ist das Verhältnis von Höhe und Länge mit dem «Goldenen Schnitt» genaustens festgelegt. Die Proportion des Rechtecks zeigt 8 Teile in der Länge und 5 Teile in der Höhe. Dadurch bildet sich eine ideale Form für den Legeapparat welcher zu einer hohen Legeleistung führt. Der Erzüchter las damals über die Entdeckung des «Fallnest» in Amerika. Dabei werden die Hennen beim Eintritt in das Legenest eingesperrt, damit die Abstammung des Ei’s und auch die Wirtschaftlichkeit bis auf die Henne zurückverfolgt werden kann. Wenn Junghennen mindestens 180 Eier pro Jahr legten wurden sie in den «Elitestammt» für die Weiterzucht der Rasse aufgenommen. Die Eiablage schwankte von Henne zu Henne zwischen 0 und 250 Eiern pro Jahr und lag im Durschnitt zwischen 160-170 Eier. Durch die gezielte Leistungszucht ist die ursprüngliche Brutlust bei den Hennen verloren gegangen. Im Jahr 1907 nahm von Langen am «Deutschen Wettlegen» teil und siegte gegenüber den weissen Wyandotten. Mit der Berichterstattung folgte schnell der definitive Name für die «Rheinländer». Der Sieg sorgte für weitere begeisterte Anhänger und führte auch zur Gründung des Deutschen Sondervereins. Schon bald wurden die Rheinländer auch in der Schweiz heimisch und an der Nationalen Geflügelschau von 1932 wurden 90 Tiere gezeigt. Das Jahr 1950 zählte zu jenen mit der grössten Verbreitung als 146 Rheinländer an einer Nationalen Geflügelschau teilnahen. Danach waren die Rheinländer an den grossen Schauen stets dabei und einige Jahre war die Zwergversion sogar noch beliebter als die Grossrasse. Von der Form her unterscheiden sich die Gross- und Zwergrasse kaum . Bei beiden sollten die Steuerfedern sehr breit sein und die Flügel möglichst geschlossen getragen werden. Auf dem Kopf sitzt ein fein geperlter Rosenkamm welcher der Nackenlinie folgt. Die runden glatten rein weissen Ohrscheiben sind ein wichtiges Rassemerkmal und weisen auf die Schalenfarbe der Hühner hin. Die grossen lebhaften Augen sind bei den meisten Farbenschlägen dunkelbraun gefärbt.