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Amerikanische Leghorn

Leghorn sind der Inbegriff für ein leistungsfähiges weisses Huhn. Die Rassegeflügelzüchter erhalten mit den Leghorn eine Genreserve der heutigen Hybriden Hühner. Besorgniserregend ist jedoch dessen Verbreitung. Sie war vor 66 Jahren um ein vielfaches der heutigen.

Die besten Legehühner mit weltweiter Bekanntheit

Die Amerikanischen Leghorns kommen ursprünglich aus Italien. So verkehrt dies auch tönen mag, in der italienischen Hafenstad Livorno wurden die Hühner als lebender Proviant auf Schiffe verladen. Einige von ihnen kamen lebend in den USA im Staate New York an. Dort wurden sie im Jahr 1830 von den Kapitänen an die Farmer verkauft. Diese verstanden es mit der Auswahlzucht ein hochleistungsfähiges Legehuhn heraus zu züchten. Dennoch erhielt es den Namen Leghorn nicht des Legens wegen sondern weil die italienische Stadt Livorno auf Englisch Leghorn heisst. Die wertvolle Eigenschaft dieser Rasse ist der geringe Futterverbrauch für die produzierte Eimasse. Leghorn gelten als sehr frühreife und gute Futterverwerter und so wurden sie um 1879 unter dem Namen Leghorn nach England exportiert. Die Briten versuchten die Eiergrösse durch die Einkreuzung von weissen Minorkas zu erhöhen während in Deutschland weisse Italiener und in Holland später weisse Wyandotten eingekreuzt wurden. Im Mittelpunkt stand aber stets ein weisses leistungsfähiges Huhn und so wurden die Leghorn 1889 in der Schweiz als Rasse anerkannt. Es brauchte allerdings einige Jahre für die Verbreitung der Rasse, welcher 1945 nach dem Ende des zweiten Weltkriegs wohl am höchsten war. Zu dieser Zeit wurden an der Nationalen Geflügelschau in Basel 1527 Leghorn ausgestellt. Im Vergleich dazu zeigten die Rassegeflügelzüchter an der Nationalen Geflügelschau 2011 in Züberwangen nur noch deren 12 Tiere. Es ist zu hoffen dass der Spezialklub und einige gewillter Züchter es schaffen, den Bestand in der Schweiz wieder zu vergrössern.

 

Leghorn sind frühreif gute Futterverwerter und überzeugen durch eine  mehrjährige Legeleistung

Die Leghorn sind bei uns nur im reinweissen Farbenschlag anerkannt. In der Geflügelzucht gibt es zwei verschiedene Weiss. Das eine bleibt schön weiss während sich das andere weiss Gelbverfärbungen zeigt. Das reine weiss ist ein silberweiss. Es macht sich schon bei der Federentwicklung bemerkbar. Die Federkiele sind rosafarbig. Diese Tiere haben eine blassere Lauf- und Schnabelfarbe. Das weiss der Leghorns ist ein dominantes, welches auch im späteren Entwicklungsstadien keinen gelben Anflug zeigt. Das rezessive weiss setzt sich gegen andere Farben in der Nachzucht nicht durch. Die Federkiele sind leicht gelblich und bei ausgewachsener Feder zeigte diese eine Gelbfärbung. Die Lauf- und Schnabelfarbe der Leghorn ist gelb. Im Gegensatz zu den Italienern haben die Leghorn reinweisse Ohrscheiben, ein gelber Anflug ist fehlerhaft. Die mittelgrossen Hühner mit Stehkamm haben ein lebhaftes Temperament. Ausgeprägt ist ihr Bewegungs- und Weidetreib. In älterer Fachliteratur wird  der geringe Futterverbrauch zur beachtlichen Eimasse gelobt. Obwohl die Hühner nach Standard nur ein 55 Gramm schweres Ei legen sollten, findet man oft solche die 60 Gramm schwere Eier legen. Bereits im ersten Jahr sollen Junghennen über 250 Eier und im zweiten Jahr noch mehr als 200 Eier legen. Im Standard von 1944 wurde die Ziele damit umschrieben, dass die Legeleistung noch zu steigern ist und die Winterlegetätigkeit noch gefördert werden muss. Damals wurde die Frohwüchsigkeit der Küken gelobt. Leghorn lassen sich auch in grösseren Gruppen gut halten. Im amerikanischen Hühnerlexikon werden die Leghorn mit der ausserordentlichen Legeleistung, klimatischen Anpassungsfähigkeit, für das Unterlassen der Brütigkeit sowie der guten Flugfähigkeit umschrieben. Die Leghorn sind die Stammform der auf der ganzen Welt stark verbreiteten Legehybriden.